Anwendungsfall
Blechlager Retrofit: Steuerung, Anbindung & Modernisierung
Automatisches Blechlager -- auch von STOPA -- im Retrofit zuverlässig steuern und an ERP/MES anbinden, statt komplett neu zu bauen.
Ausgangslage
Ein automatisches Blechlager mit Regalbediengerät lagert Blechtafeln unterschiedlicher Formate und Dicken – oft mit hohem Einzelgewicht und speziellen Anforderungen an Fachzuordnung und Entnahmereihenfolge (z. B. für nachfolgende Laser-/Stanzprozesse).
Retrofit statt Neubau -- auch bei STOPA-Anlagen
Ein automatisches Blechlager muss bei veralteter Steuerung nicht komplett neu gebaut werden: Die Mechanik -- Regalbediengerät, Fachböden, Kran -- bleibt erhalten, Steuerung, SPS und Anbindung werden herstellerunabhängig modernisiert. Das gilt ausdrücklich auch für STOPA-Blechlager: profilsys hat bereits mehrere STOPA-Anlagen im Retrofit modernisiert, u. a. bei emco Group und Viessmann Kältetechnik (Referenzen unten). Der Retrofit ist grundsätzlich herstellerunabhängig -- auch wenn der ursprüngliche Anlagenlieferant nicht mehr existiert oder nicht mehr unterstützt. Konkrete Beispiele aus echten Projekten: Umstellung einer Altsteuerung von Siemens S5 auf S7, Ablösung einer proprietären ferrocontrol-Steuerung durch Simatic S7 -- die Mechanik blieb jeweils erhalten. Auf Wunsch modernisieren wir dabei auch nur das Nötigste -- etwa ausschließlich die Sicherheitstechnik, um aktuelle Normen zu erfüllen -- statt eines kompletten Retrofits, wenn das für Ihre Anlage wirtschaftlicher ist.
Vorhandene Technik
Regalbediengerät für Tafelware, ggf. bereits vorhandene, aber veraltete oder isolierte Steuerungssoftware ohne ERP-Anbindung.
Typischer Engpass
Fachzuordnung und Entnahmereihenfolge sind nicht mit der Fertigungsplanung verzahnt; Bestände je Blechformat/-charge sind nur an der Anlage selbst einsehbar.
Risiken
Falsche oder ungünstige Entnahmereihenfolge kostet Zeit an der nachgelagerten Maschine; fehlende Chargentransparenz erschwert Rückverfolgbarkeit bei Materialzertifikaten.
Zielbild
Ein Blechlager, dessen Bestände und Entnahmereihenfolge mit ERP und nachgelagerter Fertigung abgestimmt sind, mit grafischer Übersicht je Fach.
Datenfluss
Auftragsdaten aus ERP/MES bestimmen die benötigten Formate/Chargen; die Materialflusssteuerung ermittelt die passende Entnahme und meldet Bestandsänderungen zurück.
Passende pd+-Bausteine
Retrofit & Modernisierung (bei Altsteuerung) · Materialflusssteuerung, WCS & MFR · WMS & Lagerverwaltung
Relevante Integrationen
SPS-Anbindung des Regalbediengeräts (projekterprobt), ERP-Anbindung – siehe Integrationen & Schnittstellen. Projekterprobte Anbindung u. a. an Anlagen von STOPA, Amada, Trumpf, Kasto, Salvagnini, PrimaPower, FINN-POWER, Remmert, LVD, KUKA und Systraplan -- die Anbindung ist grundsätzlich herstellerunabhängig, auch über diese Liste hinaus.
Projektvorgehen
Anlagenaufnahme direkt am Blechlager, Konzept für Fachzuordnung/Entnahmelogik in Abstimmung mit der Fertigungsplanung, Migration im Wartungsfenster, begleitende Inbetriebnahme.
Beispielprojekt: Was wird bei einem Blechlager-Retrofit ausgetauscht?
Anonymisiertes Beispiel aus einem realen Retrofit-Projekt -- so sieht ein typischer Umfang aus:
- Zentrale Steuerung: neuer Hauptschaltschrank mit Einspeisung, zentraler SPS auf EtherCAT-Basis und sicherer Steuerung bis Performance Level e
- Stationssteuerungen: browserbasierte Bedienung statt Spezial-Hardware an jeder Ein-/Auslagerstation
- Antriebstechnik am Regalbediengerät: neue Hub- und Fahrantriebe (Getriebemotoren, Gebersysteme) sowie neue Frequenzumformer mit Energie-Rückspeisung
- Sicherheitstechnik: Sicherheitslichtschranken mit Mutingfunktion (Performance Level e nach EN ISO 13849-1), Funkfernbedienung statt Kabelflasche, Schlüsselschalter-Zugangskonzept nach EN528
- Datenübertragung: Umstellung von Profibus auf EtherCAT, neue Datenlichtschranken für die Kommunikation mit dem Regalbediengerät
- Anbindung von Fremdsystemen: Integration weiterer Maschinen unterschiedlicher Hersteller (z. B. Laser-, Stanz- oder Abkantanlagen) an dieselbe Lagerverwaltung
- Leitsystem: pd+ übernimmt die Lagerverwaltung und verteilt Rohmaterial- und Fertigteiltransporte
- Dokumentation: vollständige Schaltpläne, Bedienungsanleitung, Sicherheitsnachweise und CE-Einbauerklärung in deutscher Sprache
- Schulung: Bedienpersonal wird eingewiesen und erhält eine Schulungsbescheinigung
Die Lieferzeit für Komponenten liegt oft bei rund 6 Monaten ab Bestellung. Die eigentliche Umstellung läuft in mehreren kurzen, aufeinanderfolgenden Schritten (Softwareinstallation und Test, Baustellenvorbereitung ohne Abschaltung, dann die eigentliche Abschaltung) -- bei umfangreicheren Projekten mit mehreren integrierten Fremdsystemen liegt der reine Anlagenstillstand oft bei rund 2 Wochen, die volle Verfügbarkeit ist meist rund 4 Wochen nach der Abschaltung erreicht. Bei kleineren, weniger komplexen Projekten geht es auch deutlich schneller, wie unsere Referenzen oben zeigen.
Reale Blechlager-Retrofit-Projekte
- Metallverarbeitung: Steuerung eines automatischen Blechlagers modernisiert
- emco Group: Zentrales STOPA-Blechlager komplett modernisiert -- STOPA-Anlage
- Viessmann Kältetechnik: STOPA-Blechlager für kundenspezifische Fertigung retrofittet -- STOPA-Anlage
- DREKO (Heinz Dreeskornfeld GmbH & Co. KG): Blechlager mit ca. 1.000 Plätzen modernisiert
- KUIPERS CNC-Blechtechnik: Logistikanlage nach Softwareabkündigung komplett modernisiert
- MBH Maschinenbau & Blechtechnik: Intelligente Schnittstellen zwischen ERP und Intralogistik
Häufige Fragen
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