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Lösung

Retrofit & Modernisierung bestehender Anlagen

Veraltete Steuerung ersetzen, funktionierende Mechanik behalten – herstellerunabhängig und im laufenden Betrieb.

Das Problem

Die Steuerung Ihres automatischen Lagers oder Ihrer Anlage wird kaum noch unterstützt, Ersatzteile sind schwer zu bekommen, und niemand traut sich mehr an das Altsystem. Ein kompletter Neukauf ist teuer und würde den Betrieb über Wochen stören. Typische Ausgangslage: eine mechanisch einwandfreie Anlage – Regalbediengerät, Förderstrecke, Blechlager – mit einer Steuerung, die niemand im Haus noch versteht, und einem Hersteller, der nicht mehr oder kaum noch erreichbar ist.

Für wen das relevant ist

Diese Seite richtet sich in erster Linie an die technische Leitung und Instandhaltung, die die Störanfälligkeit der Altsteuerung im Alltag spüren, sowie an die Geschäftsführung, die das Investitionsrisiko einer Modernisierung gegen einen Komplettneubau abwägen muss. Sekundär relevant für Anlagenbauer und Integrationspartner, die einen verlässlichen Steuerungs- und Softwarepartner für eigene Projekte suchen.

Typische Ausgangslage

Typische Altanlagen in diesem Zusammenhang: automatische Blech-, Platten-, Paletten- oder Langgutlager mit Regalbediengeräten, deren Steuerungssoftware zehn bis über zwanzig Jahre alt ist; Anlagen, bei denen die ursprüngliche Steuerungsgeneration (z. B. Siemens S5) baulich abgekündigt ist; Fördertechnik, deren Steuerungslogik in einer heute kaum noch gepflegten Programmiersprache vorliegt.

Symptome und Risiken

Ersatzteile für die Steuerung sind schwer oder gar nicht mehr zu bekommen. Störungen häufen sich, während die Mechanik selbst zuverlässig läuft. Mitarbeitende mit Spezialwissen zur Altsteuerung gehen in absehbarer Zeit in Rente oder haben den Betrieb bereits verlassen. Ein Totalausfall der Steuerung kann die komplette Anlage lahmlegen, obwohl die Mechanik selbst noch Jahre laufen würde – ein Risiko, das mit zunehmendem Alter der Steuerung wächst, nicht mit dem Alter der Mechanik.

Unser Ansatz: Retrofit statt Austausch

Wir behalten die funktionierende Mechanik und ersetzen bzw. ergänzen die veraltete Steuerung und Software. Das reduziert Investition und Risiko – und Sie nutzen bewährte Anlagen weiter.

  • Aufnahme des Ist-Zustands direkt an der Anlage
  • herstellerunabhängige Ersatz-/Ergänzungssteuerung (z. B. Siemens S7, Beckhoff, Codesys)
  • schrittweiser Umbau im laufenden Betrieb – kein Big-Bang
  • Software, SPS und Elektrotechnik aus einer Hand

Wann ist eine Neuanlage sinnvoller als ein Retrofit?

Ein Retrofit ist nicht immer die richtige Antwort. Ein kompletter Neubau kann sinnvoller sein, wenn die Mechanik selbst (Regalbediengerät, Statik, Fördertechnik) bereits verschlissen oder für den heutigen Kapazitätsbedarf zu klein dimensioniert ist, wenn eine grundlegend andere Lagerlogik benötigt wird, oder wenn eine Erweiterung der Anlage ansteht, die die bestehende Mechanik ohnehin ersetzen würde. Diese Abwägung ist Teil des Systemchecks, nicht etwas, das sich pauschal vorab beantworten lässt.

Wie das technisch funktioniert

Die vorhandene Mechanik – Antriebe, Sensorik am Regalbediengerät, Fördertechnik – bleibt in der Regel unverändert. Ersetzt oder ergänzt wird die Steuerungsebene: die speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) und die darüberliegende Steuerungssoftware. pd+ übernimmt dabei die Auftragsverwaltung, Visualisierung und die Anbindung an das ERP; die neue oder ergänzte SPS spricht weiterhin mit den vorhandenen Antrieben und Sensoren, sodass an der Mechanik selbst nichts verändert werden muss.

Vorher / Nachher

Vorher: proprietäre, kaum dokumentierte Steuerungssoftware ohne ERP-Anbindung; Statusinformationen nur direkt an der Anlage ablesbar; Störungssuche abhängig von einzelnen Personen mit Spezialwissen. Nachher: dokumentierte, wartbare Steuerung mit grafischer Visualisierung des Lagerzustands, Anbindung an das bestehende ERP, Statustransparenz auch abseits der Anlage.

Unterstützte Systeme und Anlagentypen

Retrofit-Projekte betreffen typischerweise automatische Blech-, Platten-, Paletten-, Kleinteile- und Langgutlager sowie Paternoster-/Liftlager und zugehörige Fördertechnik. Auf der Steuerungsseite sind Siemens Simatic S7, Beckhoff TwinCAT und Codesys projekterprobt (siehe Integrationen & Schnittstellen für die vollständige Statuseinstufung); ältere Steuerungsgenerationen wie Siemens S5 sind uns als Migrationsausgangspunkt bekannt.

Datenflüsse

Nach dem Retrofit fließen Bestands- und Statusdaten in beide Richtungen: Auftragsdaten kommen vom ERP zur neuen Steuerung, Rückmeldungen (Ein-/Auslagerungen, Störungen, Lagerplatzbelegung) fließen von der Anlage zurück ins ERP und in die grafische Visualisierung. Vor dem Retrofit bestand dieser Rückkanal häufig gar nicht oder nur manuell.

Schnittstellen

Anbindung an die SPS/das Regalbediengerät über OPC/UA oder digitale I/O, an das bestehende ERP über eine standardisierte Schnittstelle. Details zum Integrationsstatus je Technologie: Integrationen & Schnittstellen.

Migration

Der Umbau erfolgt grundsätzlich schrittweise statt als Komplettumstellung an einem einzigen Tag. Wo die Anlagenstruktur es zulässt (z. B. mehrere unabhängige Lagerbereiche oder Gassen), wird bereichsweise migriert, sodass ein Parallelbetrieb aus altem und neuem System für eine Übergangszeit möglich ist. Bei Anlagen mit nur einer zentralen Steuerung ist ein echter Parallelbetrieb technisch nicht immer möglich – hier wird stattdessen mit einem eng geplanten Wartungsfenster gearbeitet, das im Systemcheck anhand Ihrer konkreten Anlage eingeordnet wird.

Inbetriebnahme

Nach der Migration werden alle Kernfunktionen an der realen Anlage getestet: Ein-/Auslagerung, Fehlerfälle, Rückmeldung an das ERP, Visualisierung. Erst nach erfolgreichem Test und Ihrer Freigabe gilt die Migration als abgeschlossen; ein begleitender Support-Zeitraum direkt im Anschluss fängt Kinderkrankheiten der Anlaufphase ab.

Fallback und Ausfallrisiken

Ein zentrales Ziel jedes Retrofit-Konzepts ist es, das Risiko eines längeren, ungeplanten Stillstands zu senken – nicht neue Risiken zu schaffen. Deshalb gehört zur Planung: eine dokumentierte Rückfallmöglichkeit auf den vorherigen Zustand während des Wartungsfensters, solange die alte Steuerung noch nicht endgültig deaktiviert ist; eine realistische Einschätzung der Ersatzteil- und Verfügbarkeitsrisiken der alten Steuerung, die den Zeitdruck für das Projekt bestimmt; und eine mit Ihnen abgestimmte Stillstandsplanung, die die Migration in ein Zeitfenster mit möglichst geringer betrieblicher Auswirkung legt (z. B. Wochenende, Schichtpause, geplanter Wartungsstopp).

Was Aufwand und Preis beeinflusst

Zustand und Alter der Anlage, Anzahl der Achsen/Signale, vorhandene Steuerungstechnik, Schnittstellen zum ERP und der gewünschte Automatisierungsgrad. Im Systemcheck ordnen wir das für Ihren Fall ein – ohne pauschale Preisangabe, siehe auch Potenzialrechner für eine erste Einordnung von Stillstands- und Prozesskosten.

Fragen und Antworten

Was passiert mit der vorhandenen Mechanik – wird sie mit übernommen oder ersetzt?

Sie bleibt im Regelfall erhalten. Retrofit bedeutet ausdrücklich, dass die Mechanik weitergenutzt wird und nur die Steuerungsebene erneuert wird.

Wie unterscheidet sich ein Retrofit von einer reinen Wartung der bestehenden Steuerung?

Wartung hält das Altsystem am Leben, löst aber nicht das Grundproblem fehlender Ersatzteile/Unterstützung. Ein Retrofit ersetzt die Steuerungsebene dauerhaft durch eine wartbare, dokumentierte Lösung.

Lässt sich die neue Steuerung an ein vorhandenes ERP anbinden, oder ist das ein separates Projekt?

Die ERP-Anbindung ist regulärer Bestandteil eines Retrofit-Projekts, kein separates Vorhaben – siehe auch Maschinen-, SPS- & ERP-Anbindung.

Wie lange dauert ein typisches Wartungsfenster für die Migration?

Das hängt stark von Anlagengröße und Automatisierungsgrad ab und wird im Systemcheck anhand Ihrer konkreten Anlage eingeordnet – pauschale Zeitangaben ohne Anlagenkenntnis wären nicht seriös.

Passende Referenzen

Vertiefend im Wissensbereich

Wann lohnt sich ein Retrofit eines automatischen Lagers? · Retrofit oder Neuanlage? · OPC UA in Brownfield-Anlagen · Anlage modernisieren ohne langen Stillstand

Nächster Schritt

Im kostenlosen Systemcheck ordnen wir Ihre konkrete Anlage ein und schätzen gemeinsam ab, ob ein Retrofit oder eine Neuanlage der richtige Weg ist.

Projektablauf

Wie ein Retrofit-Projekt abläuft

Anlagenaufnahme

Bestandsaufnahme der vorhandenen Mechanik, Steuerung und Schnittstellen direkt an der Anlage.

Konzept

Auswahl der Ersatz-/Ergänzungssteuerung, Abstimmung der ERP-Anbindung, Klärung von Automatisierungsgrad und Umfang.

Vorbereitung

Aufbau und Test der neuen Steuerungssoftware parallel zum laufenden Betrieb, soweit die Anlage das zulässt.

Migration im Wartungsfenster

Umschaltung auf die neue Steuerung in einem geplanten, mit Ihnen abgestimmten Zeitfenster.

Inbetriebnahme

Funktionstests an der realen Anlage, Feinabstimmung.

Betrieb

Begleitender Support in der Anlaufphase, danach regulärer Support-Weg.

Nutzen je Rolle

Was ein Retrofit für Sie konkret ändert

Geschäftsführung

Geringeres Investitionsrisiko als ein Komplettneubau, planbare Kosten, kein langer Produktionsausfall.

Technische Leitung/Instandhaltung

Wieder verfügbare, dokumentierte und wartbare Steuerung, klarer Support-Weg statt Abhängigkeit von einzelnen Personen.

IT-Leitung

Saubere, dokumentierte Schnittstelle zum ERP statt gewachsener Insellösung.

Häufige Einwände

Was Entscheider vor einem Retrofit einwenden

„Wenn's läuft, nicht anfassen."

Solange die Steuerung noch läuft, mag das stimmen – das Risiko liegt im unplanbaren Zeitpunkt des Ausfalls, nicht im aktuellen Betrieb. Ein geplanter Retrofit lässt sich terminieren, ein Störfall nicht.

„Der Umbau bringt neue Fehler."

Deshalb erfolgt die Migration schrittweise mit Tests vor der endgültigen Umschaltung, nicht als ungetesteter Komplett-Wechsel.

„Muss die gesamte Anlage stillstehen?"

Nicht zwingend – bei mehreren unabhängigen Bereichen ist ein bereichsweiser Umbau mit Parallelbetrieb möglich; bei zentraler Steuerung wird stattdessen ein möglichst kurzes Wartungsfenster geplant.

„Ist das herstellerunabhängig möglich, auch wenn der ursprüngliche Lieferant nicht mehr existiert?"

Ja – genau das ist der typische Auslöser für ein Retrofit-Projekt.

Aus der Praxis

Reales Projektbeispiel

Getriebemotor für die Antriebstechnik-Modernisierung, angeliefert für ein Retrofit-Projekt
Angelieferte Antriebstechnik in einem realen Retrofit-Projekt Reales Projektbeispiel
Montage von Antriebstechnik im Rahmen einer Anlagenmodernisierung
Montage im Rahmen der Anlagenmodernisierung Reales Projektbeispiel

Architektur

Wie pd+ in Ihrem Projekt eingebettet werden kann

pd+ bildet die vollständige Software- und Prozessebene ab – vom ERP-Light und PPS über MES, WMS und WCS bis zu mobilen Prozessen. Ein vorhandenes ERP kann angebunden werden. profilsys liefert auf Wunsch zusätzlich SPS, Maschinensteuerung und Automatisierung als durchgängige Gesamtlösung aus einer Hand.

Nächster Schritt

Retrofit & Modernisierung bestehender Anlagen

Im kostenlosen Systemcheck – einem rund 30-minütigen Erstgespräch – ordnen wir Ihre Systeme und Anlagen ein, benennen den wichtigsten Engpass und zeigen einen sinnvollen nächsten Schritt. Kein Verkaufsgespräch, keine Verpflichtung.